Das Kapital schreibt sich ins Straßenbild ein

Was ist das für eine Zeit, in der wir leben?
Wie entwickelt sich der moderne Kapitalismus weiter?
Wenn ich durch die Heimatstadt meiner Jugend fahre, nehme ich wahr, wie viele corporate-designete Werbetafeln sich überall breit machen, wo früher handgemachte, setzkasten-gedruckte Schilder hingen.
Die Digitalisierung vereinheitlicht und schalten die Formbilder gleich, die einem umherschweifenden Blick auf den Straßen begegnen, und eine Spielart der Kommerzialisierung lässt die Werbung in immer mehr Bereiche vordringen, die bisher frei von Markt, Konkurrenz und Corporate-Design, also Firmen-Design waren.
Selbst für Gott gibt es nun schon Werbetafeln an Schildern neben der Autobahn, und Bibelzitate prangen auf Tanklastzügen – schon fast wieder unfreiwillig komisch.

Dabei möchte ich nicht sagen, dass es nicht schon immer den Trend gegeben hat, aus ökonomischen Gründen manche Designelemente zu vereinheitlichen, auch zum Beispiel die Setzkastenbuchstaben aus dem späten Jahrhundert wurden ja in Fabriken gefertigt, was jedoch neu ist, ist die Dominanz von global agierenden Firmen im öffentlichen Leben und im Alltagsleben und auch zunehmend in unserer Alltagssprache. Ich finde das eine verängstigende Machtkonzentration.


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